Wie die neue Führungsgeneration der “Digital Natives” arbeiten will oder: Wohin treibt das Geschäft mit der Mobilität?
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Silvio Kleesattel ist Experte für mobile Technologien. Bei dem IT-Dienstleister Beck et al. Services leitet er den Geschäftsbereich Mobility Dynamics.
Was kommt auf die IT-Abteilungen zu, wenn die neue Führungsgeneration anrückt?
Von den heutigen IT- Entscheidern in Unternehmen wird eine Tatsache unterschätzt. Ich spreche von der neuen Generation, die heute im Anmarsch ist. Die Schlüsselpositionen, die in fünf bis acht Jahren zu besetzen sind, werden von Führungspersonal einer neuen Art gestellt. Die neue Generation ist komplett anders aufgewachsen als die heutigen IT-Entscheider. Für diese „Spieler“ auf den Feldern der Wirtschaft ist mobile Kommunikation nicht Selbstzweck, aber Selbstverständlichkeit. Sie fordern umfassend unterstütztes, mobiles Arbeiten. In der Fachöffentlichkeit werden diejenigen, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind, immer öfter als Digital Natives bezeichnet. An dieser neuen Generation kommt keine IT-Abteilung vorbei! Mobile Mail und PIM sind schon heute Normalität. Darum geht es nicht! Der Fokus liegt beim Erzielen von Wettbewerbsvorteilen durch den mobilen Zugriff auf Business Applikationen und auf der Optimierung von Arbeitsprozessen. Sicherheit bei Datentransfer, Zugriffsrechten - und das bei unterschiedlichsten Endgeräten sind ein Muss. Stand-Alone Lösungen führen in eine Sackgasse. Skalierbarkeit der Mobility Lösung hält Unternehmen zukunftsfähig. Die Fragen von Sicherheit für mobile Lösungen, effiziente Services, die in ihrer Qualität mit den neuen Lösungen mithalten können sowie die Gewohnheiten der neuen Anwender- und Entscheidergeneration, sehe ich als wesentliche Herausforderungen.
Was ist zu bedenken, wenn es um die Digital Natives geht?
Wir, die Führungsgeneration von heute, die Ende der 60er Jahre bis Mitte der 70er Jahre geboren sind, muss stets bedenken, dass wir eben nicht mit dem Computer, dem Handy oder Collaboration und Chat aufgewachsen sind. Wir sind in diese digitale Welt eingewandert, wir sind nicht in ihr geboren, wie die Digital Natives. Das müssen wir uns ganz offen eingestehen, auch als IT-Spezialisten und Technologen. Diese Ehrlichkeit mit uns selbst, bringt uns voran. Denn: Wir denken somit stets daran, dass wir die neue Generation mit den neuen Technologien ausstatten müssen. Wir öffnen uns mental und bleiben flexibel. Für die Personalarbeit hat das weitreichende Konsequenzen: Kein Arbeitgeber wird attraktiv bleiben, wenn er den Digital Natives nicht ihr „normales“ Werkzeug zur Verfügung stellt. Selbstverständlich müssen alle Technologien sinnvoll mit den Geschäftsprozessen eines Unternehmens in Korrelation stehen. Modische Effekthascherei, die sich jeder Technologie bedient, ohne genaueste Nutzenprüfung bringt natürlich nichts. Dennoch: Die Digital Natives als neue Angestellten- und Führungsgeneration sind sehr Ernst zu nehmen. Sie sind Wissensarbeiter. Für sie sind Mobilität und technologisch unterstütztes Lernen und Arbeiten eine Grundvoraussetzung.
Können Sie die Richtung, in die das mobile Business geht, mit Zahlen untermauern?
Mobility gehört derzeit - laut Umfragen von Gartner und anderen Analysten - zu den Top Themen der CIOs. Dies wird auch die nächsten Jahre so bleiben. Glaubt man den Prognosen weiter, werden in drei bis fünf Jahren über 50 Prozent der heutigen Desktop-/Notebook-Nutzer E-Mail auch auf ihrem mobilen Endgerät für Businesszwecke nutzen. Dies würde einen sprunghaften Anstieg von heute 10 bis 12 Millionen mobiler Email-Endgeräte auf 40 bis 50 Millionen bedeuten.
Wo liegen künftige Anwendungsbereiche für Mobility?
Kundenmanagement (CRM) sowie Service- und Wartungsmanagement werden zunehmend mobilisiert. Auch mobile Business Intelligence - also kritische Schlüsseldaten für Führungskräfte aktuell, grafisch und überall sowie zu jeder Zeit verfügbar zu machen und zu halten – wird wichtiger. Hier geht es von Individuallösungen zunehmend zu standardisierten Applikationen oder ganzen Applikations-Suiten.
Wo besteht - angesichts der Entwicklungen - Grund zur Vorsicht?
Bei all diesen Entwicklungen, müssen Unternehmen sehr bedächtig vorgehen. Ein Applikations-Zoo auf mobilen Endgeräten ist nicht zielführend. Viele mobile Applikationen sind außerdem nicht miteinander kompatibel. Oftmals überfrachten sie begrenzte Ressourcen. Das ist selbst bei der neuesten mobilen Gerätegeneration der Fall. Ein Road Warrior - also ein tatsächlich und umfassend mobil arbeitender Anwender - braucht eine integrierte Lösung. Diese muss seinen kompletten Arbeitsprozess begleiten. Der heutige Stand der Technik ist zum Teil unbefriedigend. Viele Anwender empfinden es als Zumutung zwischen verschiedenen Applikationen hin- und herschalten zu müssen, um z.B. einen Kundenauftrag zu bearbeiten, angefallene Stunden einzutragen oder eine Routenplanung durchzuführen. Gerade im Kundenmanagement und im gesamten Außendienst- und Wartungsbereich verhindert dies effiziente Workflows.
Und die Middleware?
Webssphere ist eine eigene und vollständige Application Suite. Das ist ein großer Vorteil im Einsatz bei Mobility Projekten. Man kann damit Desktop/Laptop-Applikationen und mobile Applikationen bauen und verwalten. Die notwendigen Elemente von unterschiedlichen Datensilos (DB/2, SAP, Lotus Notes, Exchange, Oracle, Fileserver, usw.) für die mobile Applikation anzuzapfen, sind ebenfalls dabei. Positiv ist auch anzumerken, dass die mobilen Ansätze in einem webbasierten Portal auf Basis von Websphere Portal Server (WPS) dargestellt werden können. So bekommt man in der Tat einen Multichannel-Charakter: Man kann mit mobilen Endgeräten synchronisieren, aber auch mit Fremd-PCs, vom Internet-Café aus zugreifen. Der Eclypse-basierte Ansatz zur Vereinheitlichung aller Client-Entwicklungsstreams - egal ob Desktop/ Laptop oder mobile Endgeräte - bringt mittelfristig Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerung in Softwareentwicklung und -wartung mit sich. Dies gilt besonders im Umfeld, in dem Arbeitsprozesse individuell unterstützt werden, wie im Mobility-Bereich. Es gibt aber auch Schwachstellen, zum Beispiel die gewisse Einstiegshürde, was das Know-How um die Technologiebausteine der IBM Mobility Lösungen betrifft. Das Wissen muss hier sehr profund sein. Das kann es für manche Unternehmen schwerer machen sich für Websphere Everyplace Technologien zu entscheiden. Hier sind Spezialisten mit langjähriger Erfahrung unbedingt gefragt, die beraten und bei der Umsetzung helfen.
von: Silvio Kleesattel - Beck et al
